Photobiomodulation und Nierengesundheit: Können rotes und nahinfrarotes Licht die zelluläre Energieproduktion, den Kaliumhaushalt und die Nierenfunktion unterstützen?
- Jana Drnkova
- 9. Juni
- 6 Min. Lesezeit

Warum die Nieren so wichtig sind
Die Nieren gehören zu den am härtesten arbeitenden Organen des menschlichen Körpers. Jeden Tag filtern sie etwa 180 Liter Flüssigkeit und helfen dabei, den Wasserhaushalt, das Elektrolytgleichgewicht, den Blutdruck sowie die Ausscheidung von Abfallstoffen aus dem Blutkreislauf zu regulieren.
Obwohl die Nieren weniger als 1 % des gesamten Körpergewichts ausmachen, erhalten sie etwa 20–25 % der gesamten Blutversorgung des Körpers und verbrauchen täglich große Mengen an Energie, um den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt aufrechtzuerhalten.
Aufgrund dieses außergewöhnlich hohen Energiebedarfs hängt eine gesunde Nierenfunktion stark von gesunden Mitochondrien ab – den mikroskopisch kleinen Kraftwerken in unseren Zellen. Dieser Zusammenhang zwischen Energieproduktion und Nierengesundheit ist einer der Gründe, warum sich Forscher zunehmend für die Photobiomodulation (PBM), auch bekannt als Rotlichttherapie, interessieren.
Die Photobiomodulation nutzt spezifische Wellenlängen von rotem und nahinfrarotem Licht, typischerweise zwischen 610 nm und 850 nm, um zelluläre Funktionen zu unterstützen. Anstatt Wärme zu erzeugen, liefert PBM Lichtenergie, die von zellulären Strukturen – insbesondere den Mitochondrien – aufgenommen werden kann und dort die zelluläre Energieproduktion unterstützen kann.
Während die Photobiomodulation vor allem für ihre Unterstützung von Regeneration, Hautgesundheit, sportlicher Leistungsfähigkeit und allgemeinem Wohlbefinden bekannt ist, untersucht die aktuelle Forschung zunehmend auch, wie rotes und nahinfrarotes Licht biologische Prozesse beeinflussen kann, die mit der Nierengesundheit in Zusammenhang stehen.
Zelluläre Energie: Die Grundlage der Nierenfunktion
Die Nieren gehören zu den Organen mit der höchsten Mitochondriendichte im Körper.
Mitochondrien produzieren ATP, das nahezu jeden biologischen Prozess innerhalb der Nierenzellen antreibt. Ohne eine ausreichende ATP-Produktion könnten die Nieren ihre Aufgaben bei der Filtration, Flüssigkeitsregulation und Aufrechterhaltung des Elektrolytgleichgewichts nicht erfüllen.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Photobiomodulation die mitochondriale Funktion unterstützen kann, indem sie mit der Cytochrom-c-Oxidase interagiert – einem Enzym, das an der Zellatmung und ATP-Produktion beteiligt ist.
Durch die Unterstützung der mitochondrialen Aktivität kann PBM energieabhängige biologische Prozesse fördern, die für eine gesunde Nierenfunktion essenziell sind.
Nierengesundheit, Kalium und Zellenergie
Eine der wichtigsten Aufgaben der Nieren besteht darin, einen gesunden Kaliumhaushalt im gesamten Körper aufrechtzuerhalten.
Kalium ist ein essenzieller Mineralstoff, der an Muskelkontraktionen, Nervenfunktionen, der Hydration und der Herz-Kreislauf-Funktion beteiligt ist. Täglich regulieren die Nieren den Kaliumspiegel, indem sie das Blut filtern und bestimmen, wie viel Kalium zurückgehalten oder ausgeschieden wird.
Dieser Prozess erfordert erhebliche Mengen an Zellenergie. Spezialisierte Transportproteine, darunter die Natrium-Kalium-ATPase-Pumpe, sind auf ATP angewiesen, um ein gesundes Elektrolytgleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Da gezeigt wurde, dass Photobiomodulation die mitochondriale Funktion und ATP-Produktion unterstützen kann, untersuchen Forscher, wie PBM die zellulären Prozesse unterstützen könnte, die an der Regulierung des Elektrolythaushalts – einschließlich des Kaliumgleichgewichts – beteiligt sind.
Dieser Zusammenhang zwischen Licht, Mitochondrien, Energieproduktion und Elektrolythomöostase gehört zu den faszinierendsten Bereichen der aktuellen Forschung zur Nierengesundheit.
Oxidativer Stress und Nierengesundheit
Die Nieren sind aufgrund ihrer hohen Stoffwechselaktivität und ihrer kontinuierlichen Filtrationsarbeit besonders anfällig für oxidativen Stress.
Oxidativer Stress entsteht, wenn die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies die natürlichen antioxidativen Abwehrmechanismen des Körpers übersteigt. Mit der Zeit kann übermäßiger oxidativer Stress zusätzlichen Druck auf Nierenzellen und Gewebe ausüben.
Mehrere Studien haben die antioxidativen Effekte der Photobiomodulation untersucht. Forschungsergebnisse legen nahe, dass rotes und nahinfrarotes Licht die natürlichen antioxidativen Abwehrsysteme des Körpers unterstützen und Signalwege beeinflussen kann, die mit oxidativem Stress in Verbindung stehen.
In der nierenbezogenen Forschung wurde PBM hinsichtlich ihres Potenzials untersucht, das oxidative Gleichgewicht, die mitochondriale Funktion und den Gewebeschutz zu unterstützen. Dies ist besonders interessant, da oxidativer Stress eng mit Entzündungen und der zellulären Energieproduktion verbunden ist.
Photobiomodulation und eine gesunde Entzündungsregulation
Entzündungen sind natürliche biologische Prozesse, die dem Körper helfen, auf Stress, Verletzungen und Umwelteinflüsse zu reagieren.
Forscher haben die Photobiomodulation intensiv hinsichtlich ihres Einflusses auf zelluläre Signalwege untersucht, die an der normalen Entzündungsreaktion des Körpers beteiligt sind. Studien legen nahe, dass rotes und nahinfrarotes Licht Signalmoleküle beeinflussen kann, die mit Gewebereparatur, Immungleichgewicht und zellulärer Widerstandsfähigkeit in Zusammenhang stehen.
Für die Nieren, bei denen Entzündungen, oxidativer Stress und die mitochondriale Funktion eng miteinander verbunden sind, ist dieses Forschungsgebiet besonders relevant.
Frühe Studien deuten darauf hin, dass PBM biologische Prozesse unterstützen kann, die mit einer gesunden Entzündungsregulation und der Erhaltung von Gewebe verbunden sind.
Forschung zu Nierenregeneration und Gewebeerneuerung
Die Nieren verfügen über eine begrenzte, aber wichtige Fähigkeit, Gewebe nach Belastung oder Verletzung zu reparieren und zu regenerieren.
Forscher haben PBM in Tiermodellen für akute Nierenschäden, Ischämie-Reperfusions-Verletzungen, diabetesbedingte Nierenschäden und chronische Nierenerkrankungen untersucht. Diese Studien legen nahe, dass Photobiomodulation Prozesse unterstützen kann, die mit Zellschutz, mitochondrialer Aktivität, Durchblutung, oxidativem Gleichgewicht und Geweberegeneration in Zusammenhang stehen.
Ein besonders interessantes Forschungsgebiet betrifft die Ischämie-Reperfusions-Verletzung. Diese tritt auf, wenn die Blutversorgung eines Gewebes nach einer Phase verminderter Sauerstoffversorgung wiederhergestellt wird. Dieser Prozess kann oxidativen Stress und Entzündungen auslösen. Tierstudien haben untersucht, ob PBM das Nierengewebe unter diesen Bedingungen unterstützen kann.
Ein weiteres spannendes Forschungsgebiet betrifft diabetesbedingte Nierenschäden. Diabetes kann die Nieren erheblich belasten, unter anderem durch oxidativen Stress, Entzündungen und mitochondriale Dysfunktion. Neue Studien untersuchen, ob PBM biologische Signalwege unterstützen kann, die mit der Widerstandsfähigkeit von Nierenzellen in diabetischen Modellen verbunden sind.
Obwohl diese Ergebnisse vielversprechend sind, stammt ein Großteil der aktuellen Evidenz noch aus präklinischen Studien. Weitere Humanstudien sind erforderlich, um zu verstehen, wie sich diese Erkenntnisse auf praktische Anwendungen übertragen lassen.
Warum Wellenlängen von 610–850 nm wichtig sind
Die meisten Studien zur Photobiomodulation verwenden Wellenlängen im roten und nahinfraroten Spektrum.
Zu den am häufigsten untersuchten Wellenlängen gehören:
630–670 nm rotes Licht
808–850 nm nahinfrarotes Licht
Rotes Licht wird häufig hinsichtlich seiner Auswirkungen auf zelluläre Prozesse und oberflächliche Gewebe untersucht. Nahinfrarotes Licht dringt tiefer in das Gewebe ein und wird häufig eingesetzt, wenn Muskeln, Gelenke oder tiefer liegende biologische Strukturen erreicht werden sollen.
Da die Nieren tiefer im Körper liegen, sind nahinfrarote Wellenlängen im Bereich von 810–850 nm für die nierenbezogene PBM-Forschung besonders interessant.
Alpinglow-Geräte verwenden sorgfältig ausgewählte Wellenlängen aus dem roten und nahinfraroten Bereich, die entwickelt wurden, um die zelluläre Energieproduktion, die Durchblutung, die Regeneration und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen.
A
nwendung der Rotlichttherapie zur Unterstützung der Nierengesundheit
Obwohl es derzeit kein allgemein anerkanntes PBM-Protokoll für die Nierengesundheit gibt, orientieren sich viele Anwender und Experten an allgemeinen Wellness-Richtlinien.
Zielbereich
Die Nieren befinden sich auf der Rückseite des Körpers, beidseits der Wirbelsäule, direkt unterhalb des Rippenbogens.
Für nierenorientierte PBM-Anwendungen werden am häufigsten folgende Bereiche behandelt:
Unterer Rücken im Bereich der Nieren
Beide Seiten der Wirbelsäule unterhalb der Rippen
Die seitlichen Flankenbereiche des Oberkörpers
Einige Anwender kombinieren dies zusätzlich mit einer Ganzkörperbehandlung von vorne und hinten, um die allgemeine Zellenergie und Durchblutung zu unterstützen.
Empfohlene Wellenlängen
Für tiefer liegende Gewebe wie die Nierenregion wird in der Regel nahinfrarotes Licht bevorzugt, da es tiefer eindringen kann als sichtbares rotes Licht.
Empfohlene Wellenlängen sind:
810–850 nm nahinfrarotes Licht
660 nm rotes Licht als Teil einer kombinierten PBM-Anwendung
Die Kombination von 660 nm und 850 nm wird häufig in modernen Photobiomodulationssystemen verwendet, da sie sowohl rotes als auch nahinfrarotes Licht bietet.
Gerätetyp
Leistungsstarke Panels mit ausreichender Bestrahlungsstärke (Irradiance) werden für tiefer liegende Gewebe generell bevorzugt.
Größere Geräte wie das Alpinglow Expert1500 oder Ganzkörper-PBM-Panels können größere Körperbereiche abdecken und mehr Lichtenergie in den Körper einbringen als kleine Handgeräte.
Abstand
Positionieren Sie das Panel je nach Leistung, Bestrahlungsstärke und Herstellerempfehlung in einem Abstand von etwa 15–30 cm zum Körper.
Dauer
Eine typische Sitzung dauert etwa 10–20 Minuten.
Anfänger können mit kürzeren Sitzungen beginnen und die Dauer je nach persönlichem Empfinden und individueller Reaktion schrittweise erhöhen.
Häufigkeit
Zur allgemeinen Unterstützung des Wohlbefindens können Anwendungen 3–7 Mal pro Woche durchgeführt werden.
Regelmäßigkeit ist häufig wichtiger als Intensität. Eine konsequente Anwendung über Wochen oder Monate hinweg kann die größte Unterstützung für das allgemeine zelluläre Wohlbefinden bieten.
Fazit
Die Nieren sind essenziell für Filtration, Flüssigkeitshaushalt, Elektrolytgleichgewicht, Kaliumregulation, Blutdruckkontrolle und das allgemeine innere Gleichgewicht des Körpers.
Da Nierenzellen einen besonders hohen Energiebedarf haben und reich an Mitochondrien sind, interessieren sich Forscher zunehmend dafür, wie Photobiomodulation biologische Prozesse unterstützen kann, die mit der Nierengesundheit in Verbindung stehen.
Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass PBM die mitochondriale Aktivität, die ATP-Produktion, das oxidative Gleichgewicht, gesunde Entzündungsprozesse, die Mikrozirkulation und Geweberegenerationsprozesse unterstützen kann.
Die Verbindung zwischen rotem und nahinfrarotem Licht, Zellenergie und Nierenbiologie wird weiterhin erforscht, stellt jedoch bereits heute eines der spannendsten Forschungsgebiete innerhalb der Photobiomodulation dar.
Für Menschen, die nach einer nicht-invasiven Möglichkeit suchen, ihre Zellenergie, Regeneration und ihr allgemeines Wohlbefinden zu unterstützen, kann die Rot- und Nahinfrarotlichttherapie eine wertvolle Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil sein.
Haftungsausschluss
Photobiomodulation dient der Unterstützung normaler Zellfunktionen, der Regeneration und des allgemeinen Wohlbefindens. Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Wenn Sie an einer Nierenerkrankung, einem Elektrolytungleichgewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder anderen gesundheitlichen Beschwerden leiden, wenden Sie sich bitte an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.
Quellenangaben
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